Nachbericht: Symposium zum Thema Identität und gesellschaftliche Veränderung
Nachbericht: Symposium zum Thema Identität und gesellschaftliche Veränderung
die Suttnergage waren mit rund 200 Teilnehmenden, darunter Studierende, Alumni, Mitarbeitende der BSU sowie Fachleute aus Partnerbetrieben, sehr gut besucht. In den Vorträgen und Podiumsdiskussionen am ersten Tag von Ralph Sichler, Ulli Röhsner, Katharina Auer-Voigtländer und Manuela Brandstetter ging es um Arbeit und Identität sowie um Bedarfe und Lösungsansätze aus der Perspektive von Betroffenen, (pflegenden) Angehörigen und professionellen Pfleger*innen. Um die Perspektive der Studierenden mit einzubringen, beteiligten sich Studierende aus allen Studiengängen aktiv an den Diskussionen.
Am Nachmittag fanden fünf parallellaufende Workshops in unterschiedlichen Formaten statt. Dazu zählten der „Shared Walks – Spaziererkundungslabor“ mit Bernd Rohrauer, „Future Care“ zur Entwicklung von Visionen einer proaktiven Pflegekultur mit Ulli Röhsner und Christopher Schlembach, sowie der Workshop „Professionalisierung und Digitalisierung“ unter der Leitung von Aglaja Przyborski, Moritz Meister, Johann Christian Berger, Luzia Söllinger und Laura Wiesböck. Außerdem wurde der „Identitätswandel von Beteiligten im inklusiven gemeinschaftlichen Wohnen für Menschen mit psychischen Krankheitserfahrungen: Bewohnende, Nachbarinnen und Professionistinnen“ mit Tim Brunöhler thematisiert. Für Absolvent*innen von „Organisationsentwicklung und neue Arbeitswelt“ gab es darüber hinaus einen exklusiven Zusatzworkshop mit Hubert Lobnig.
Beim gemeinsamen Wrap-Up des Tages wurden die Teilnehmenden angeregt, ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu überdenken. Abschließend gab es Alumni Insights mit Erwartungen und Perspektiven.
Der zweite Tag wurde von Manuela Brandstetter (BSU) mit einer Keynote zum Thema „Umstrittene Solidarität – Soziale Arbeit zwischen Spaltung und Identifikation“ eröffnet. Anschließend fanden parallele Panels statt, die von einem Moderator*innenteam (BSU) bestehend aus Tilo Grenz, Raphaela Kaisler und Hubert Lobnig geleitet wurden.
Themen waren unter anderem:
- „Entdecke deine wahren Gefühle!“ – (Selbst-)Bilder und Versprechen in der digitalen Gefühlsvermessung
- Epistemisches Profiling: Die methodische Produktion von Wissenssubjekten im Polizeinotruf
- Community Actions: Brücken zwischen Menschen bauen durch interkulturellen Dialog
- Jung und radikal: Wenn Krisen zur Gefahr werden
- Beruflicher Identitätswandel: Von Behindertenhelfer*innen zu inklusiv denkenden Digital(lern)coaches
- Die Bedeutung Sozialer Identität aus umweltpsychologischer Perspektive
- Der Identitätsdiskurs und die Soziale Diagnostik
- Identitätsprozesse zwischen Vulnerabilität und Selbstwirksamkeit am Beispiel des Covid-19-Diskurses
- Die Ambivalenz der Identität: Psychische Gesundheit im Spannungsfeld von Selbstkonzept und Anpassungsfähigkeit
Einige Zitate von den Vortragenden zu den Suttnertagen:
„Die digitale Transformation eröffnet Menschen mit Behinderungen neue Möglichkeiten zur Teilhabe. Dafür sind digitale Kompetenzen und organisatorische Anpassungen in der Behindertenhilfe essenziell.“ Mag. Tim Brunöhler
„Soziale Arbeit dient als wichtiges Tool, welches durch Krisenprävention und das Schaffen von Gegen-Narrativen, Jugendliche in Krisenzeiten begleiten und Radikalisierung entgegenwirken kann.“ DSA Alexander Grohs, MSc
„Struktur geben, wo die Welt nicht mehr so strukturiert ist.“ Prof. (FH) Dr. Ralph Sichler
„Psychosoziale Professionen müssen gesellschaftliche Probleme aktiv mitgestalten. Dazu zählen Maßnahmen wie die Entprivatisierung von Wohnraum und sozialpolitische Initiativen wie ‚housing first‘, um Wohnungslosen nachhaltige Perspektiven zu bieten.“
Bernd Rohrauer, BA MA MA
Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Die Veranstaltung wurde als wertvolle Plattform für intensiven Austausch und gemeinsames Lernen geschätzt. Wir freuen uns auch, bereits die nächsten Suttnertage für 2025 anzukündigen, die sich mit dem Thema „Trauerkulturen im Wandel“ in Kooperation mit der Caritas Niederösterreich befassen werden.
Ein Videonachbericht der diesjährigen Tagung wird noch folgen, um die besten Momente Revue passieren zu lassen.