Vom Kriegsgrauen zur Friedensvision: 120 Jahre Friedensnobelpreis für Bertha von Suttner

Vom Kriegsgrauen zur Friedensvision: 120 Jahre Friedensnobelpreis für Bertha von Suttner

13.04.2026

 

Veranstaltungsreihe der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten rückt Frieden als gesellschaftliche Aufgabe in den Mittelpunkt

 

Bertha von Suttner engagierte sich zeitlebens international für eine Friedensordnung und eine Welt ohne Krieg. Vor 120 Jahren, am 18. April 1906, wurde Bertha von Suttner offiziell der Friedensnobelpreis überreicht, der ihr im Dezember 1905 zugesprochen wurde – als erste Frau überhaupt. Angesichts globaler Konflikte gewinnt dieses Jubiläum heute neue Bedeutung und lädt dazu ein, Frieden als gesellschaftliche Aufgabe neu zu denken. Vor diesem Hintergrund gestaltet die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten eine gesellschaftskritische und zugleich festliche Veranstaltungsreihe und lädt dazu ein, gerade jetzt über Frieden zu reden. Zu den Höhepunkten zählen die Lange Nacht der Forschung, ein Fest für den Frieden sowie eine performative Lesung am Tag der Menschenrechte.

Bertha von Suttner warb weltweit für den Frieden und setzte sich für friedliche Konfliktlösungen ein, etwa über internationale Schiedsgerichte wie den Ständigen Schiedshof in Den Haag. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte sie zu den prägenden Stimmen der frühen Friedensbewegung. Ihre Erfahrungen mit Krieg und politischer Gewalt in den 1880er-Jahren im Kaukasusraum prägten ihr Denken nachhaltig. Während des Aufenthalts mit ihrem Mann im heutigen Georgien erlebte sie die Auswirkungen des Russisch-Türkischen Krieges und das Leid von Soldaten und Zivilbevölkerung aus nächster Nähe – Erlebnisse, die sie in ihren ersten Texten verarbeitete.

Wer den Schilling noch als Währung erlebt hat, erinnert sich an ihr Porträt auf der 1.000-Schilling-Note; heute ist sie auf der österreichischen 2-Euro-Münze verewigt. Ihr lebenslanges Engagement als Pazifistin, Schriftstellerin und Aktivistin machte sie zu einer der bekanntesten historischen Persönlichkeiten des Landes. Bis heute gelten ihre Ideen als Impulse für Institutionen wie den Völkerbund (1919) und die Vereinten Nationen (1945), weshalb sie häufig als Vordenkerin moderner internationaler Friedenspolitik beschrieben wird.

Berühmt durch „Die Waffen nieder!“

Mit der Veröffentlichung ihres Romans „Die Waffen nieder!“ im Jahr 1889 wurde Suttner weltberühmt. Sie nutzte Literatur als Werkzeug für den Frieden, um die Grausamkeiten des Krieges und die Notwendigkeit friedlicher Konfliktlösungen einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen. Zeitgleich war sie eine frühe Stimme für Geschlechtergerechtigkeit und gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen: Sie trat für das Frauenwahlrecht ein und positionierte sich klar gegen Nationalismus und Antisemitismus. Bildung verstand sie dabei als zentralen Hebel für Emanzipation und eine friedlich organisierte Gesellschaft. Bis heute gilt sie als Vorbild und visionäre Ikone für alle, die sich wie sie unermüdlich für Frieden einsetzen.

Die Veranstaltungsreihe im Überblick

 

24. April 2026: Lange Nacht der Forschung mit Alfred, Bertha und dem Frieden

Was ist eigentlich Frieden? Wie kommt man zum Friedensnobelpreis? Fragen wie diese laden am Stand der Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten bei der Langen Nacht der Forschung Besucher*innen zur Auseinandersetzung ein. Highlights: Inmitten historischer Fotos und Texte begegnen Forschenden in Kostümen im Stil von Bertha von Suttner und Alfred Nobel, können sich mit Bertha fotografieren lassen und gemeinsam ein großformatiges Kunstwerk aus selbst gestalteten Friedenstauben erschaffen.

24. April 2026, 17:00-23:00 Uhr
Campus St. Pölten, Campus-Platz 1, 3100 St. Pölten
Website: Lange Nacht der Forschung

12. Juni 2026: Semesterschluss: Ein Fest für den Frieden am Campus St. Pölten

Gemeinsam mit dem Salon Skug auf Rädern findet am Campus St. Pölten ein Fest für den Frieden statt – mit einem Open-Air-Talk zum Thema „Krieg und Frieden in ungewissen Zeiten“, moderiert von Salon Skug auf Rädern. Den Auftakt bilden Beiträge aus der Friedens- und Sozialforschung, in denen über die Möglichkeiten dauerhafter, friedlicher Konfliktlösungen diskutiert wird. Im Anschluss verwandeln DJ-Sets den Abend in ein gemeinsames „hippieskes“ Sommerfest. Der Eintritt ist frei.

12. Juni 2026, 18:00-22:00 Uhr
Campus St. Pölten, Campus-Platz 1, 3100 St. Pölten, Im Freien zwischen Gebäude A und B
Anmeldung

10. Dezember 2026: „Maschinenzeitalter“ – Eine performative Auseinandersetzung

Am internationalen Tag der Menschenrechte bildet Suttners essayistisches Werk „Das Maschinenzeitalter“ den Ausgangspunkt für eine künstlerische Reflexion über Fortschritt, Technik und Menschlichkeit. Der Text wird in einer performativen Lesung neu interpretiert und bildet den feierlichen und kritischen Ausklang des Themenschwerpunkts.

10. Dezember 2026, 17:00–23:00 Uhr
Campus St. Pölten, Campus-Platz 1, 3100 St. Pölten, Großer Festsaal
Anmeldung

Über die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten

Die Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten steht für neues Lernen, Lehren und Forschen sowie für gelebte Internationalität. Die Hochschule versteht sich dabei als Plattform, auf der sich Forschende, Lehrende, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit begegnen, diskutieren und miteinander an Lösungen arbeiten. Als Suttneruni unterstreicht sie ihren Einsatz für eine offene, kooperative und zukunftsfähige Gesellschaft. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt von Lehre, Forschung und gesellschaftlichem Engagement und schafft Räume, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten können.

Einzigartig macht sie die persönliche Atmosphäre, das individuelle Engagement der Lehrenden sowie ihre berufsbegleitende und berufsermöglichende Studienorganisation. Diese verbindet Studium, Beruf und Betreuungspflichten und basiert auf einem optimal abgestimmten Mix aus E-Learning und Präsenzeinheiten.

Studierende erhalten in Bachelor- und Masterstudiengängen sowie in Fort- und Weiterbildungsprogrammen, einschließlich einer Uniambulanz, eine praxisorientierte Ausbildung in den Bereichen Psychotherapie, Psychologie, Soziales und Inklusion. Lehre und Forschung sind eng verzahnt. Die Hochschule arbeitet aktuell daran, ihr Profil um weitere wissenschaftliche Disziplinen und Fachbereiche zu erweitern.