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Moritz Meister, MSc
| Titel | Vertiefungsseminar: Aktuelle Umbrüche in der medialen Lebenswelt |
| Untertitel | Masterstudium Psychologie, Universität Wien |
| Typ | Gastvortrag |
| Texte | Die sich aus der digitalen Revolution ergebenden Umbrüche unseren medialen Lebenswelten und insbesondere das rezente Eintreffen generativer künstlicher Intelligenzen stellen die Psychologie vor wissenschaftliche und praktische Herausforderungen, für deren empirische Bearbeitung und theoretische Reflexion das Seminar Raum bieten möchte. Mit Bösel (2025) ließe sich davon sprechen, dass wir in ein Zeitalter der Psychotechnologien eingetreten sind. Etwa sind KI-Chatbots innerhalb kürzester Zeit für viele Menschen zu einer zentralen Anlaufstelle geworden, wenn es darum geht, die eigene Befindlichkeit zu verstehen bzw. zu verändern oder sich Ratschläge in diversen Lebenslagen zu holen. Mit solchen generativen LLM-Akteuren scheint derzeit auch das geschriebene Wort wieder einen höheren Stellenwert zu erlangen, als es in den dominanten digitalen sozialen Medien der Fall ist, in denen die Mensch-Maschine-Interaktion primär über graphische User-Interfaces vermittelt wurde (Meister et al., 2025). Für kulturpsychologische und qualitative Forschung stellt sich damit u.a. die Herausforderung, etablierte textzentrierte Methoden zur Erhebung und Auswertung (z.B. Interview und Konversationsanalyse) für ein Zeitalter der Mensch-KI-Interaktion zu adaptieren (Jarrahi, 2025).
Wir werden in unserem Seminar auf aktuelle Entwicklungen kommunikativer KI im Bereich ‚Companionship‘ und Mental Health fokussieren. Dabei interessieren uns praktische Aneignungsformen allgemeiner KI-Modelle wie ChatGPT oder Claude, die von User*innen ausgehen, ebenso wie spezifisch auf Companionship hin designte und vermarktete Programme (z.B. Ello, Replika oder friend). Wie werden User*innen in der Interaktion adressiert, in welchen Rollen werden sie angesprochen und behandelt? Welche kommunikativen Nuancen manifestieren sich (Tonfall, Habitus, Machtdynamik usw.)? (Schulz, 2019) Welche latenten Vorannahmen lassen sich durch bewusst erzeugte kommunikative ‚Krisenexperimente‘ explizieren? (Ayaß, 2021)
Uns interessiert dabei die sprachliche Interaktion an sich, aber auch der Kontext, also App-Interfaces, Websites, Social Media-Auftritte usw. (Light et al., 2018). Die politischen und ökonomischen Implikationen des aktuellen KI-Megatrends müssen dabei ständig kritisch reflektiert werden (Guest et al., 2025). Begleitend laden wir zur kommunikativen Selbsterfahrung ein, die regelmäßig in der Gruppe besprochen sowie in einem Forschungstagebuch autoethnographisch dokumentiert werden soll und die Abschlussarbeit vorbereiten kann. |
| Vortragende | Meister Moritz |
| Beteiligung | Slunecko, Thomas: Lehre Meister Moritz: Lehre |
| Datum, Zeit und Ort | Datum: 2026-03-01 - 2026-06-30 Ort: Wien, Österreich |
| URL | https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=200081&semester=2026S |