Abgeschlossene Forschungsprojekte

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Bertha von Suttner: Wegweiserin einer neuen Universität (Suttnerforschung)

Um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert war Bertha von Suttner eine der berühmtesten Frauen der Welt. Heute sind ihre Denkweisen, ihre Prognosen und Utopien weitgehend in Vergessenheit geraten. Das historische Umfeld in der Zeit ihres Wirkens unterscheidet sich zwar deutlich von dem heutigen, eine Re-Lektüre ihrer Arbeiten kann aber ein interessantes Licht auf die heutige Zeit, ihre Probleme und Herausforderungen werfen. Eine erste, durch die Bertha von Suttner Privatuniversität angestellte Durchsicht (Pichler 2018, 2019a, 2019b) hat vielversprechende Forschungsfragen aufgetan. Im Zuge des hier beantragten Projektes werden die Grundlagen für eine kontinuierliche Beschäftigung der Suttneruni mit ihrer Namenspatronin gelegt.

Projektdetails

Ziel des Arbeitsprogrammes ist eine neue Kontextualisierung und Reflexion von Suttners Thesen auf der Grundlage aktueller sozialwissenschaftlicher Theorie und Praxis. Im Zuge einer aktiven wissenschaftlichen Revision werden diese produktiv für die Weiterentwicklung der Suttnerforschung genutzt. Dadurch soll Sutters Werk sowie das sozial-reformerische und utopische Potenzial ihrer Ansätze für die Gegenwart sichtbar gemacht werden. Dies ist besonders in Bezug auf Suttners sozialwissenschaftliches Interesse, ihr Bildungsverständnis, die Frauenfrage und ihre Strategien, Inhalte und Anliegen zu verbreiten, relevant. Die Bertha von Suttner Privatuniversität in St. Pölten ist die erste Universität im deutschsprachigen Raum, die den Namen einer Frau führt. Es ist der Suttneruni ein Anliegen, auf einer wissenschaftlichen Ebene die Auseinandersetzung mit dem Leben, Denken und Wirken ihrer Namenspatronin zu fördern. Das von der Forschungsstelle der Niederösterreichischen Landesregierung finanzierte Projekt dient einer intensiven Befassung mit dem Werk und Wirken der Bertha von Suttner, sowie dessen Rezeption durch die gegenwärtige Forschung und im historischen Kontext.

Leitung / Projektverantwortliche Suttneruni Dr. Adelheid Pichler
Laufzeit 2020-2021
Publikationen in Vorbereitung

2019a: A. Pichler. 2019a. “Nur wer die Fähigkeit zur Utopie hat, kann Impulse für die Zukunft setzen“(Bertha von Suttner)! Arbeitsbericht zum Stand der Suttnerforschung. Bertha von Suttner Privatuniversität St. Pölten (Druck in Vorbereitung).
2019b: A.Pichler. 2019b. Auf den Spuren Bertha von Suttners in Georgien. Bericht zur Studienreise Juli 2019. Bertha von Suttner Privatuniversität, St. Pölten (1-11). (Druck in Vorbereitung).
2019c: 2020. Bertha von Suttner. Wegweiserin einer neuen Universität in St. Pölten. Vortragsmanuskript Bertha von Suttner Privatuniversität, im Festsaal der Fachhochschule in St. Pölten. (Druck in Vorbereitung).
2020: Datenbankeintrag Buxus Stiftung Fritz Bauer Forum. Zentrum für Menschenrechte. Hamburg (1-14) (Druck in Vorbereitung).

Belastungsindex im Stadtgebiet der Kinder- und Jugendhilfe (Belastungsindex)

 

Projektstudium

Im Zuge eines Projektstudiums wird die aktuelle Aufteilung von Zuständigkeitssprengel der Sozialarbeiter*innen der Stadt St. Pölten in den Blick genommen. Hintergrund ist ein Raumbegriff, der „das klassische Jugendamts-Rayon“ nicht als „Behälter“ denkt, sondern als Gefüge spezifischer aufeinander wirkender Raumindikatoren aber auch soziokultureller Prägungen (bspw. Raumbilder, Mythen, historisch gewachsene Charakteristika), in denen Fachkräfte der KJH als Mitglieder einer „lernenden Organisation“ agieren, um den Bedürfnissen der Bewohner*innen und den Erfordernissen des Raums in angemessener Weise Rechnung zu tragen.

Projektdetails

Den Prinzipien klassischer Sozialplanung sowie den jeweiligen soziokulturellen Kapitalien und Bedarfen verpflichtet erkundet diese Explorationsstudie die Fallverteilung, die Optionen einer Gemeinwesenorientierung, der Prävention, aber auch der optimierten Darstellung von fallunspezifischen Interventionen nach außen.

Nach einer Explorationsphase, die dem existierenden System (Belastungsindex, ...) gewidmet ist, liegt also auch ein besonderer Schwerpunkt auf dem Marketing der geleisteten Arbeit, ist doch aus dem Fachdiskurs bekannt, dass behördliche Soziale Arbeit ihre Gestaltungsaufgaben tendenziell im Verborgenen leistet. Good Practices (bspw. Reform der KJH in der Stadt Berlin 2015; Reform der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Weiz/des Bezirk Weiz 2019; Reform der Kinder- und Jugendhilfe in Graz 2015 u. a.) ziel(t)en darauf ab, die Sichtbarkeit der Kinder- und Jugendhilfe in der öffentlichen Wahrnehmung zu erhöhen. Das Wissen dieser Projekte wird im Zuge dieses Projektstudiums eingesetzt.
 

Leitung / Projektverantwortliche Suttneruni Univ.-Prof. Dr. Manuela Brandstetter
Kooperationspartner*innen  Kinder- und Jugendhilfe St. Pölten
Laufzeit 09/2021-08/2022
Fördergeber/-schiene Land NÖ
 

Partizipative, rekonstruktive Wissenschaftsforschung zum Forschungsinformationssystem „Portfolio“

Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen müssen eine Vielzahl unterschiedlicher Forschungsdaten, -ergebnisse und -produkte archivieren sowie in zahlreichen Kontexten präsentieren und zur Verfügung stellen. Obwohl es sich dabei um hochstandardisierte Prozesse handelt, entwickelten viele Universitäten – in der Regel ohne kultur- und humanwissenschaftliche Reflexion – aufwendige, idiosynkratrische Lösungen oder wurden Kunden großer gewinnorientierter Konzerne. In der Regel fraglos werden dabei gesetzte Standards übernommen und entfalten hinter dem Rücken von den Akteur*innen große Wirkung.

Projektdetails

Das transdisziplinäre Projekt Portfolio macht die digitalen Ressourcen der Forschungsdokumentation, -archivierung und -präsentation, zusammengefasst als ‚Forschungsinformationssysteme‘ (FIS), die heute zur ‚kritischen Infrastruktur‘ universitärer Forschung zählen, zum Gegenstand: Mit einem höchst innovativen Projektdesgin wird ein Teil der „DNA“ des Wissenschaftssystems unter die Lupe genommen und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Orientierung und Anliegen der Wissenschaftler*innen. Folgenden Fragen gehen wir dabei nach: Welche (unreflektierten) Ideologien bzw. Weltanschauungen spiegeln sich in der materiellen Struktur, Text und Bildsprache von FIS wieder? (Methode: Walkthrough). Welche Rolle nehmen FIS für Wissenschaftler*innen ein? Welche Orientierungen haben Wissenschaftler*innen im Zusammenhang mit FIS? Wie verhalten sich implizite Normen und Regeln von FIS zu impliziten und expliziten Handlungsorientierungen von Wissenschaftler*innen? (Teilnehmende Beobachtung und Gruppendiskussionsverfahren in der Tradition der Dokumentarischen Methode). Entsprechende Ergebnisse der empirischen Bemühungen fließen in die Gestaltung von Portfolio.

 

Leitung / Projektverantwortliche Suttneruni Univ.-Prof. Dr. Aglaja Przyborski
Kooperationspartner*innen  Sen.Sc. DI Dr.phil. Florian Bettel (Universität für angewandte Kunst Wien)
Moritz Meister, MSc (BSU) 
Akademie der bildenden Künste Wien 
Katholische Privat-Universität Linz
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Universität Mozarteum Salzburg
Laufzeit 2021-2022
Fördergeber/-schiene Amt der NÖ Landesregierung – Gruppe Kultur, Wissenschaft und Unterricht – Abteilung Wissenschaft und Forschung
Links https://portfolio-showroom.ac.at

Portfolio/Showroom – Experimentelle partizipative Wissenschaftsforschung (Portfolio)

Details

Das transdisziplinäre Projekt Portfolio macht die digitalen Ressourcen der Forschungsdokumentation, -archivierung und -präsentation, zusammengefasst als ‚Forschungsinformationssysteme‘ (FIS), die heute zur ‚kritischen Infrastruktur‘ universitärer Forschung zählen, zum Gegenstand: Mit einem höchst innovativen Projektdesgin wird ein Teil der „DNA“ des Wissenschaftssystems unter die Lupe genommen und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Orientierung und Anliegen der Wissenschaftler*innen. Folgenden Fragen gehen wir dabei nach: Welche (unreflektierten) Ideologien bzw. Weltanschauungen spiegeln sich in der materiellen Struktur, Text und Bildsprache von FIS wieder? (Methode: Walkthrough). Welche Rolle nehmen FIS für Wissenschaftler*innen ein? Welche Orientierungen haben Wissenschaftler*innen im Zusammenhang mit FIS? Wie verhalten sich implizite Normen und Regeln von FIS zu impliziten und expliziten Handlungsorientierungen von Wissenschaftler*innen? (Teilnehmende Beobachtung und Gruppendiskussionsverfahren in der Tradition der Dokumentarischen Methode). Entsprechende Ergebnisse der empirischen Bemühungen fließen in die Gestaltung von Portfolio.